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  • AutorenbildErcan Carikci

Internationale Perspektiven: Fachkräfte zieht es nach Deutschland, aber Rassismus bleibt eine Herausforderung

Deutschland steht vor einer wachsenden Herausforderung: Eine alternde Bevölkerung und der Ruhestand der geburtenstarken Jahrgänge führen zu einem Mangel an Fachkräften. Die Bundesregierung hat daher seit über einem Jahrzehnt das Internetportal "Make it in Germany" etabliert, um ausländische Fachkräfte anzuziehen.


Über diese Plattform wurden nun die Meinungen von 30.000 Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern eingeholt, die in den letzten Jahren nach Deutschland gezogen sind oder dies in Erwägung ziehen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat aus diesen Rückmeldungen eine Studie erstellt und veröffentlicht. 

Die Studie, als "weltweit einmalig" bezeichnet, verfolgte die Teilnehmer*innen von dem Moment, in dem sie Interesse an Deutschland zeigten, bis zu ihren Erfahrungen nach mehr als einem Jahr im Land. Ein zentrales Ergebnis ist die hohe Attraktivität Deutschlands für hochqualifizierte Fachkräfte, wobei die meisten aufgrund der Aussicht auf gute Arbeits- und Karrierechancen ankommen.


Die Studienteilnehmer sind größtenteils Männer (75 Prozent) und hoch qualifiziert, wobei 60 Prozent zumindest Basiskenntnisse in Deutsch haben. Obwohl Deutschland als attraktives Zielland wahrgenommen wird, klagen viele über langwierige Visa-Prozesse, besonders in der Türkei und Algerien.


Persönliche Empfehlungen und die Aussicht auf beruflichen Erfolg, Sicherheit, Gesundheitsversorgung, demokratische Werte und Bildung waren Hauptanreize für das Interesse an Deutschland.


Die Realität nach der Ankunft in Deutschland zeigt jedoch eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen und den tatsächlichen Erfahrungen. Nur fünf Prozent der Befragten gelang es, innerhalb von mehr als zwölf Monaten nach Deutschland einzureisen, hauptsächlich dank guter Netzwerke und Deutschkenntnisse. Die meisten arbeiten in Vollzeit, hauptsächlich in den Bereichen Ingenieurwesen und IT.


Obwohl die Lebensqualität, deutsche Kultur und Mentalität sowie die Willkommenskultur positiv bewertet werden, tritt ein dunkler Schatten auf: Rassismus und Diskriminierung. Über die Hälfte derjenigen, die es nach Deutschland geschafft haben, berichtet von Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, während fast 40 Prozent Rassismus in Geschäften, Restaurants und auf der Straße erleben.

Die OECD empfiehlt dringend, die Visastellen im Ausland und die Ausländerbehörden in Deutschland personell zu stärken und den Spracherwerb im Ausland zu fördern. Gleichzeitig sollte verstärkt gegen Diskriminierung und Rassismus vorgegangen werden. Trotz der positiven Aspekte bleibt die Bekämpfung von rassistischen Erfahrungen eine entscheidende Aufgabe, um Deutschland als attraktives Zuwanderungsland zu festigen.


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